Rassebeschreibung
Maine Coon

Der sanfte Riese unter den Katzen,
die Maine Coon, gehört zu den ältesten natürlich
entstandenen Rassen Nordamerikas.
Man nimmt gemeinhin an, der
amerikanische Bundesstaat Maine sei Ihre Heimat. Eine
Reihe von Legenden ranken sich um Ihren Ursprung,
darunter die Geschichte, sie sei eine Kreuzung aus
Halbwilder Hauskatze und Waschbär, engl. Racoon.
Biologisch ist das unmöglich, die Geschichte entstand
aber wohl, um den besonders buschigen Schwanz und die
häufig anzutreffende, waschbärähnliche Tabbyzeichnung zu
erklären. In jedem Fall leidet sich von dieser Legende
der Name Maine Coon her.
Eine andere Legende besagt, die
französische Königin Marie Antoinette habe während der
Französischen Revolution ihre Flucht nach Amerika
geplant und ihre Katzen vorausgeschickt.
Am wahrscheinlichsten ist die
prosaische Erklärung, dass es sich bei der Maine Coon um
eine Kreuzung zwischen kurzhaarigen Hauskatzen und
Angorakatzen handelt, die von englischen Seeleuten nach
Amerika gebracht wurden. Jedenfalls beharren Freunde der
Maine Coon auf dem Standpunkt, dass das Langhaar- Gen
durch Katzen nach Amerika kam, die von den Wikingern
eingeführt wurden, als sie von ihren Siedlungen in
Grönland und Island aus nach Amerika kamen.
Eine in Maine gefundene
Wikingermünze aus dem 11. Jahrhundert scheint dies
ebenso zu bestätigen wie die Tatsache, dass Katzenfelle
begehrtes Handelsgut waren.
Im 19. Jahrhundert war die Maine
Coon, die sich zu einer wunderbaren, kräftigen und
ruhigen Rasse entwickelt hatte, allgemein anerkannt. In
der Literatur wird sie erstmals 1861 erwähnt. Der
schwarz- weiße
"Captain Jenks of
the Horse Marines"
war die erste namentlich genannte
Maine Coon einer in jenem Jahr in Boston und New York
abgehaltenen Ausstellung.
Als Ende des 19. Jahrhunderts die
mehr Aufsehen erregende Perser eingeführt wurde, schwand
das Interesse des Publikums an der Maine Coon. Nur als
Mäusefänger war sie weiterhin in ganz Neu England
äußerst beliebt.
Lediglich eine kleine Gruppe
Züchter blieb ihr treu, und in den 1950er- Jahren konnte
die Maine Coon erneut Aufmerksamkeit und Interesse auf
sich ziehen.
Mit ihrem üppigen Fell und dem
kräftigen Körperbau kann die Maine Coon den
härtesten Winter überstehen. Sie gehört zu den größten
unter den domestizierten Katzen- Kater wiegen oft bis zu
7 kg, Kätzinnen bringen im Schnitt 5 kg auf die Waage,
doch man hat auch schon von Schwergewichten von 18 kg
gehört!
Sie genießen die menschliche
Gesellschaft, sind aber glücklicher Weise keine
Schoßkatzen - man müsste schon einen gewaltigen Schoß
haben, damit die großen Tiere darauf Platz fänden.
Während der gesamten
Entwicklungsgeschichte der Maine Coon hat es kaum
Beschränkungen gegeben, was Farbe und Musterung
anbelangt, lediglich Lilac, Chocolate und Siam- Muster
sind nicht anerkannt. Die Maine Coon wird folglich in
einer breiten Palette von Farbschlägen gezüchtet,
darunter Ein- und Zweifarbig, Schildpatt, Smoke und
Shaded, Tabby- Torties ( Torbie genannt!) sowie Tabbys
aller Farbschläge, wobei die gestromte braune Tabby
zweifellos die bekannteste ist.
Die Augenfarbe reicht von Grün
über Gold und Kupfer bis Blau. Bei weißen Katzen werden
auch Zweifarbige Augen zugelassen.
Der Kopf ist Idealerweise etwas
länger als breit mit hohen Wangenknochen.
Die mit Haarbüscheln (Pinsel)
besetzten Ohren sind groß und spitz zulaufend.
Der kräftige Hals ist mittellang,
der Körper muskulös und die Brust breit.
Anders als beim Perser sind Beine
und Schwanz der Maine Coon lang.
Trotz seiner Länge und Dichte ist
das Fell der Maine Coon pflegeleicht und
wasserabstoßend, baden ist also nur selten erforderlich!
Quelle: Maria Costantino, Handbuch
Katzenrassen
Bassermann Verlag 2005

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